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Basler Zeitung vom 24 februar 2004

Ausbildung ohne Grenzen fördern
Mit dem Prix Bartholdi werden seit 2001 jedes Jahr grenzübergreifende Studiengänge am Oberrhein ausgezeichnet. Ferner wird eine Persönlichkeit geehrt, die sich um die grenzübergreifende Zusammenarbeit verdient gemacht hat. Initiiert wurde der Preis von Christel Ladwein.
Basler Zeitung: Wie sind Sie darauf gekommen, den Preis zu lancieren?
Christel Ladwein: Ich stamme aus Düsseldorf und lebe seit 30 Jahren im Elsass; Colmar ist meine Wahlheimat. Ich habe dort und in Mulhouse Germanistik an der Universität unterrichtet, speziell Wirtschaftsdeutsch und hatte so viele Kontakte zu Unternehmen. Ich habe bei den Betriebswirtschaftsstudenten immer angeregt, nach Deutschland zu gehen. Ich war selber auf französischer Seite federführend für die Erarbeitung des grenzübergreifenden Studiengangs International Buisiness Management zuständig. Daher weiss ich, wie viel Engagement dafür nötig ist. Ich möchte andere Hochschullehrer dazu motivieren, grenzübergreifende Studiengänge ins Leben zu rufen.

Was ist daran so positiv?
Dadurch werden automatisch Deutsch und Französisch gefördert und wer gemeinsam studiert hat, denkt auch anders. Die Absolventen haben den Vorteil, Diplome zu erhalten, die in drei Ländern und meistens der ganzen EU anerkannt sind. Die Unternehmen erhalten zudem Mitarbeiter mit im Ausland erworbenen Know-how.

Was gibt es für Preise?
Die nächsten Preise werden im Oktober voraussichtlich in Strassburg verliehen. Ich kann mir das später auch in Basel oder Freiburg vorstellen. Den Preis für einen grenzübergreifenden Studiengang erhält diesmal die trinationale Ingenieur-Ausbildung Mechatronik. Das ist eine Verbindung aus Mechanik, Elektronik und Informatik und wird gemeinsam von der Université de Haute Alsace, der FHBB und der Berufsakademie Lörrach angeboten. Ferner wird die französische Europaministerin Noëlle Lenoir ausgezeichnet und drei elsässsische Studenten bekommen einen Preis für ihr Auslandspraktikum.

Wie finanzieren Sie die Preise?
Herr Georg H. Endress hat mich von Anfang unterstützt und ich habe glücklicherweise jedes Jahr mehr Sponsoren gefunden. Derzeit sind es 33. Letztes Jahr habe ich das eine Preisgeld in Höhe von 3500 Euro für den Studiengang persönlich gestiftet. Das ist mir aber nicht jedes Jahr möglich und deshalb suche ich weitere Sponoren.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich möchte den Preis für das Auslandspraktikum auf Baden-Württemberg und die Nordwestschweiz ausweiten. Ich fände es ferner gut, wenn es für die grenzüberschreitenden Studiengänge ein gemeinsames Marketing mit Internetseite gäbe; eine Person, die den Bedarf kennt und Neues initiieren kann. Das wäre ein positiver Standortfaktor für die ganze Oberrheinregion.
Interview Peter Schenk

© Basler Zeitung

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