Mit dem Ziel, die Schaffung neuer bi-und trinationaler Studiengänge in der Oberrheinregion zu fördern, prämiert der Prix Bartholdi jedes Jahr eine Projektgruppe, die die Initiative zur Etablierung eines grenzüberschreitenden Studiengangs ergriffen hat.
Preis für einen grenzüberschreitenden Studiengang 2010 :
2010 geht der Preisan die Initiatoren des trinationalen Studiengangs Joint Master in den Neurowissenschaften, einer Kooperation der Universitäten Straßburg, Freiburg und Basel.
Der „Joint Master“ in den Neurowissenschaften : Ein trinationaler Exzellenzstudiengang für künftige Forschende über Hirnkrankheiten
Der „Joint Master“ in den Neurowissenschaften ist im September 2006 auf Anregung der Forscher des trinationalen Forschungsnetzwerks Neurex entstanden. Seitdem wird er von Professor Pierrick Poisbeau (Universität Straßburg) geleitet und bereitet jedes Jahr 15-20 europäische und außereuropäische Studierende auf Spitzenforschung in den Neurowissenschaften vor. Die ausgewählten Studierenden haben vorwiegend bereits Studiengänge in den Life-Sciences und/oder im Gesundheitswesen absolviert. Die Lehrveranstaltungen werden von Lehrenden und Forschenden der Universitäten Basel (Schweiz), Freiburg (Deutschland und Straßburg (Frankreich) im Rahmen von Eucor durchgeführt. Mit der zweijährigen Ausbildung erlangen die diplomierten Studierenden die erforderlichen Kompetenzen für die Arbeit im Labor und dies in ausgewiesenen Exzellenzbereichen der drei Partneruniversitäten: computergestützte Neurowissenschaften, Neurogenetik, Neurophysiologie und zerebrale Pathologien. Die Mehrheit der Diplomierten arbeitet zur Zeit an ihrer Doktorarbeit in einem Labor am Oberrhein oder ist in einer gesundheitlichen Einrichtung beschäftigt.
Preisträger 2009 waren die Initiatoren des trinationalen Studienprojektes
Virtuelle
Architektur-Hochschule
Oberrhein,
an der bisher
folgende Hochschulen
beteiligt
sind: Ecole
Nationale
Supérieure
d'Architecture
de Strasbourg,
FHNW Basel,
Universität
Karlsruhe,
HSR Hochschule
für Technik
Rapperswil,
Hochschule
Karlsruhe,
Hochschule
Konstanz,
Universität
Freiburg,
Hochschule
Nürtingen.
Bernd Bechtold, Präsident IHK Karlsruhe, Georges Heintz, Emil Galli, Martin Josephy, Dominique Salathé, Rob van Gool, Christel Ladwein, Vorsitzende Förderverein Prix Bartholdi
Video
:
Entwürfe der Virtuelle Architektur-Hochschule Oberrhein für Mulhouse. Interview mit Monsieur Jean-Marie Bockel, Maire de Mulhouse
Kurzbeschreibung des Studienprojektes:
Die Virtuelle Architektur-Hochschule Oberrhein bietet seit 1998 jährlich ein interregionales Studienforum an mit bis zu 200 Studenten und fast 20 Dozenten aus den drei Ländern Deutschland, Frankreich und Schweiz. Diese im "CENTRE pour Entrepreneurship", Colmar initiierte trinationale Kooperation ist inzwischen als stabiles Hochschul-Netzwerk etabliert. Auf der Basis einer unabhängigen Plattform werden grenzüberschreitende, interdisziplinäre Studienprojekte konzipiert, koordiniert und realisiert.
Grundlage für die Studienprojekte sind aktuelle Bau- und Planungsvorhaben am Oberrhein. Die beteiligten Architektur-Hochschulen am Oberrhein werden gemeinsam von der gastgebenden Kommune vor Ort eingeladen und bekommen in einer öffentlichen Veranstaltung die Bau-Situation vorgestellt. Dazu werden Experten (Beteiligte, Planer, Politik /Verwaltung, Bevölkerung) angehört.
Bis zur öffentlichen Besprechung und Schlusspräsentation ihrer Arbeiten – wiederum vor Ort – werden die Studierenden von ihren eigenen Hochschuldozenten betreut und beurteilt. Oft werden mit gegenseitigen Gastkritiken die Kooperationen während des Semesters bestärkt. Die Vernetzung von Standorten, Hochschulen, Verwaltungen, Kommunen, Wirtschaft und Bevölkerung gelingt, wenn die Entwürfe anschließend gemeinsam vor Ort ausgestellt, diskutiert und in verschiedensten Relationen begreifbar werden. Gewonnen werden dabei Einblicke in die Prozesse von Identitätsfindung sowie in die Entstehung von Differenzierungsmodellen.
Die Architektur- Hochschulen lernen sich in diesem Projekt gegenseitig kennen. Deutlich werden dabei die eigenen wissenschaftlichen, gesellschaftlichen Standpunkte sowie die unterschiedlichen Systeme und Modelle des Lernens und der Lehre. Die parallele Arbeit der Hochschulen aus drei Ländern macht für die Studierenden die eigene Arbeitsweise vergleichbar und ermöglicht Reflexion über die Ansichten der Nachbarn. Der Blick des Anderen macht das eigene Handeln und Denken verständlich und ermöglicht Nachbarschaft. Der Oberrhein – ein offener, trinationaler Raum – wird als gemeinsamer Lebens- und Wirtschaftsraum erfahren und erkannt. Die Hochschulen entwickeln ein lokales, interregionales Potential am Oberrhein – „Eine Region im Werden“. Sie arbeiten dabei
grenzüberschreitend und interdisziplinär zusammen mit Landschaftsarchitekten, Innenarchitekten, Entwerfern, Planern, Soziologen und Regionalplanern.
Die Hochschulen in der Bologna-Umstrukturierung auf Bachelor und Master finden kaum noch Raum für gemeinsame Studienprojekte. Auch fehlt den Studierenden in einem engen Studienkonzept meist die Zeit für Auslandserfahrungen. Hier können zukünftig die vuua-Studien-Projekte einen wichtigen Beitrag leisten.
Die Erfahrung der vuua werden in der Region Oberrhein genutzt. So entstanden das Netzwerk Nachhaltiges Bauen am Oberrhein, vuua-Ausstellungen im Rahmen der Architekturtage u.a. in Marckolsheim und Mulhouse, das Projekt von Grenzräumen zu Zentralräumen (Mulhouse, Freiburg und Basel) und ein Diskurs Architektur - gebaute Umwelt für Lehrer und Schüler.
Die vuua wird von dem gemeinnützigen «Trägerverein Virtuelle Architektur-Hochschule Oberrhein» mit Sitz in Basel gestützt. Dieser setzt sich dafür ein, die ideellen, organisatorischen und finanziellen Grundlagen des Projektes zu sichern.
Gründungsmitglieder im Sommer 2002 waren die Ecole Nationale Supérieure d`Architecture de Strasbourg, die Fachhochschule beider Basel und der Lehrstuhl Wohnungsbau und Siedlungswesen und Entwerfen der Universität Karlsruhe.
Das vuua-Sekretariat ist vom Trägerverein beauftragt, die Moderation, Koordination und Organisation der Netzwerke und Projekte zu leisten und neue Entwicklungen und Aufbauschritte zu initiieren.
Weitere Informationen zum Programm der vuua sind unter www.vuua.org zu erhalten.